Amerikanischer Reismehlkäfer
Amerikanische Schabe
Anthicus floralis
Australischer Diebkäfer
Backobstmilbe
Bettwanze
Braunbandschabe
Braune Wegameise
Brotkäfer
Buckelfliege
Deutsche Schabe
Deutsche Wespe
Dornspeckkäfer
Dörrobstmotte
Dungmücken
Dunkler Pelzkäfer
Erdnussplattkäfer
Fliegen
Flöhe
Fruchtfliege
Gefleckter Pelzkäfer
Gelbbrauner Diebkäfer
Gemeine Wespe
Gemeiner Speckkäfer
Gestreifter Speckkäfer
Getreidekapuziner
Getreideplattkäfer
Gewöhnlicher Nagekäfer
Glänzendschwarzer
Getreideschimmelkäfer

Glänzendschw. Holzameise
Goldfliege
Graue Feldwanze
Große Zitterspinne
Großer Kornbohrer
Großer Reismehlkäfer
Hausbock
Hausmarder
Hausmaus
Hausratte
Haussperling
Hausspinne
Haustaube
Hefekäfer
Heimchen
Holzbock
Holzzerstörende Ameisen
Hornisse
Käsemilbe
Kellerassel
Kleiderlaus
Kleidermotte
Kleine Stubenfliege
Koprakäfer
Kornkäfer
Kräuterdieb
Kugelkäfer
Maiskäfer
Mauerassel
Maulwurf
Mehlkäfer
Mehlmilbe
Mehlmotte
Messingkäfer
Mittlere Wespe
Moderkäfer
Modermilbe
Museumskäfer
Nordamerik. Splintholzkäfer
Orientalische Schabe
Parkettkäfer
Pflaumenmilbe
Pharaoameise
Roßameise
Rotbrauner Reismehlkäfer
Rote Vogelmilbe
Sächsische Wespe
Schaben
Schafzecke
Schermaus
Schimmelkäfer
Schmeißfliege
Schmetterlingsmücken
Schnecken
Schwarzer Getreidenager
Schwarzer Reismehlkäfer
Schwarzgraue Wegameise
Schwarzkopfameise
Siebenschläfer
Silberfischchen
Speichermotte
Speisebohnenkäfer
Spinnen
Staubläuse
Stubenfliege
Tabakkäfer
Teppichkäfer
Trogoderma angustum
Vierhornkäfer
Wanderratte
Waschbär
Wollkrautblütenkäfer
Zweifarbige Wegameise

Großer Kornbohrer

Prostephanus truncatus

Die ursprüngliche Heimat des Großen Kornbohrers (Prostephanus truncatus) liegt in Zentralamerika und Mexiko. Von hier aus wurde die zu den Bohrkäfern (Bostrichidae) gehörende Art Anfang der 70er Jahre mit Importmais nach West- und Ostafrika verschleppt.

Aufgrund der geeigneten klimatischen Bedingungen, sowie des schlecht organisierten Vorratsschutz-Systems in vielen afrikanischen Staaten richtet der Große Kornbohrer hier beträchtliche Schäden an. Bei gelagertem Mais können bis zu 40 % vernichtet werden. Die Art gelangt regelmäßig mit Mais-Importen auch nach Mitteleuropa und kann hier ähnliche Schäden verursachen. Neben Mais wird auch getrockneter Maniok befallen. Die Käfer können sich in mäßig harte Materialien wie z. B. Holz einbohren und treten daher auch als Materialschädlinge in Erscheinung.

Die Körperlänge der braun gefärbten Käfer beträgt 2,2 bis 4,3 mm. Die 10-gliedrigen Antennen weisen einen eher rötlichen Farbton auf. Die letzten 3 Antennenglieder sind stark vergrößert und bilden zusammen eine deutlich abgesetzte Fühlerkeule. Der Halsschild wölbt sich kapuzenförmig über den Kopf. Die Flügeldecken sind stark punktiert und fallen am hinteren Ende steil ab, so dass sie von oben betrachtet wie waagerecht abgeschnitten erscheinen. Die Larven sind hell gefärbt und erreichen vor der Verpuppung eine Länge von 4 bis 5 mm.

Die Käfer richten enorme Schäden an, indem sie Gänge in Maiskörner fressen. Ausgehend von einem Hauptgang werden zahlreiche Seitengänge angelegt, in die die Weibchen jeweils 4 bis 8 Eier ablegen. Insgesamt kann ein einzelnes Weibchen 300 bis 500 Eier ablegen. Die Larven schlüpfen nach 3 bis 7 Tagen und ernähren sich zunächst von Fraßmehl, das die Käfer hinterlassen haben. Später bohren sie sich tiefer in die Gänge ein und legen neue Tunnel in den Maiskörnern an. Der Entwicklungszyklus der Art ist recht kurz. Unter geeigneten Bedingungen beträgt er lediglich 25 Tage. Der Große Kornbohrer ist somit ein typischer Vorratsschädling, der v. a. in gelagertem Mais auftritt. Befallene Ware ist von Kotpartikeln, leeren Larven- und Puppenhüllen sowie von Mehlstaub durchsetzt. Lokal kann die Feuchtigkeit im Brutsubstrat durch die Stoffwechselaktivität der Tiere stark ansteigen und es setzt ein verstärktes Pilzwachstum ein. Dies wiederum führt dazu, dass sich verschiedene Milbenarten explosionsartig vermehren können. Um einem Befall mit dem Großen Kornbohrer vorzubeugen, sollten leere Lagerräume vor der Neueinlagerung von Mais gründlich gesäubert werden. In Lebensmittelverarbeitenden Betrieben kann befallenes Lagergut mit Phosphorwasserstoff, Stickstoff oder Kohlendioxid begast werden. Bei einer Begasung ist selbstverständlich darauf zu achten, dass die Gebäude für mehrere Tage gasdicht verschlossen werden müssen. Bei einem Auftreten im Privathaushalt sind befallene Lebensmittel schnell und gründlich zu entsorgen. Um alle Entwicklungsstadien sicher abzutöten, sollten Nahrungsmittel, die mit dem Großen Kornbohrer befallen sind für mehrere Tage in der Tiefkühltruhe aufbewahrt werden.

Falls eine direkte Bekämpfung der Käfer im Haushalt notwendig werden sollte, so können giftfreie Präparate wie Kieselsäure-Produkte oder verschiedene Kontaktinsektizide eingesetzt werden. Eine giftfreie Bekämpfung der Käfer ist z. B. mit dem Präparat Killgerid Gold von MC möglich. Der Wirkstoff – fossiles Plankton – beschädigt die Wachsschicht auf der Körperoberfläche der Käfer und führt auf diese Weise zu einem Austrocknen der Insekten. Der Einsatz des Präparates ist für Menschen und Haustiere vollkommen ungefährlich. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert das für Menschen und Haustiere ebenso völlig unbedenkliche Präparat Ungeziefer-Stopp von Aeroxon. Der enthaltene Wirkstoff – Wasser abweisende, natürliche Kieselsäure – zerstört die Kutikula (Körperoberfläche) der Großen Kornbohrer, was dazu führt, dass die Tiere austrocknen. Um seine Wirkung optimal entfalten zu können, muss das Pulver in mögliche Versteckplätze der Tiere ausgebracht werden. Die beiden genannten pulverförmigen Substanzen Killgerid Gold von MC und Ungeziefer-Stopp von Aeroxon lassen sich am wirkungsvollsten mit dem Druckstäuber Centrobulb der Fa. Centro Company ausbringen.

Eine Bekämpfung des Großen Kornbohrers im Wohnbereich ist auch mit dem für Menschen und Haustiere ungefährlichen Präparat Bambule Insektenspray der Fa. Aries möglich, das natürliche Öle wie Teebaumöl und Neemöl enthält. Gut geeignet ist auch das Produkt MC KPS 500. Bei diesem gebrauchsfertigen Insektizid-Spray mit schneller Sofortwirkung baut sich der Wirkstoff (rein pflanzlicher Pyrethrum-Extrakt) unter Lichteinwirkung rasch wieder ab. Pyrethrum wird aus den Blüten verschiedener Chrysanthemen-Arten gewonnen und war schon vor mehr als 2.000 Jahren als natürliches Insektenvernichtungsmittel bekannt. Das Kontaktgift wirkt auf das Nervensystem der Käfer und verursacht zunächst eine starke Erregung. Später folgen Koordinationsstörungen, Lähmung und schließlich der Tod. Aufgrund der schnellen Anfangswirkung sind die betroffenen Insekten bereits innerhalb weniger Minuten bewegungsunfähig. Blattanex Spezialspray (Fa. Bayer) enthält als Wirkstoffe das Carbamat Propoxur, sowie die synthetischen Pyrethroide Transfluthrin und Cyfluthrin. Alle 3 Substanzen wirken auf das Nervensystem der Insekten. Generell ist eine Kontamination von Lebensmitteln mit den verwendeten Kontaktinsektiziden zu vermeiden.

Nach oben

© Multiclean / Alle hier veröffentlichten Texte und Abbildungen sind urherberrechtlich geschützt.