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In Europa tritt der Große Reismehlkäfer v. a. in Mühlen, Bäckereien und Haushalten als Vorratsschädling auf. Vom Aussehen her ähnelt der Große Reismehlkäfer stark dem Amerikanischen Reismehlkäfer (Tribolium confusum), ist aber mit einer Körperlänge von bis zu 5,5 mm und einer Breite von maximal 1,5 mm wesentlich größer als dieser. Der Körper des relativ schmalen Käfers ist kastanien- bis dunkelbraun und glänzt stark. Mundwerkzeuge und Beine sind dagegen eher rotbraun gefärbt. Die einzelnen Abschnitte der 11-gliedrigen Antennen werden zur Spitze hin allmählich dicker, so dass eine 5 bis 6-gliedrige Fühlerkeule entsteht. Der Halsschild weist ein grobes Punktmuster auf und ist um die Hälfte breiter als lang. Die Flügeldecken sind mit Längslinien versehen. Die Weibchen legen durchschnittlich 300 Eier ab, die von einem klebrigen Sekret überzogen sind.
Die Larven weisen eine lang gestreckte, zylindrische Gestalt auf. Am neunten Hinterleibssegment sitzen 2 dornenförmige Fortsätze, wie sie auch bei den Larven anderer Tribolium-Arten zu finden sind. Kurz vor der Verpuppung erreichen die Larven eine Länge von ca. 10 mm. Anders als die übrigen Reismehlkäfer kann sich Tribolium destructor auch bei Temperaturen um 20°C noch relativ gut entwickeln. Der gesamte Entwicklungszyklus dauert bei einer Temperatur von 25°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 75 % ca. 44 Tage. Bei geringerer Temperatur oder niedrigerer Luftfeuchtigkeit verlängert sich die Entwicklungsdauer. Die Käfer sind sehr langlebig. Bei 15 bis 20°C leben sie bis zu vier Jahre.
Der Große Reismehlkäfer tritt hauptsächlich als Vorratsschädling an Bruchgetreide auf. Daneben wird Getreide befallen, das bereits von anderen Schädlingen befallen wurde. Neben Getreide und Getreideprodukten wie Mehl werden auch Backwaren, Kartoffelflocken, Nudeln, Hundekuchen, Vogelfutter und Kleie befallen. Die Larven fressen stets innerhalb des Substrats und bohren sich an Getreide z. B. in die Getreidekörner ein. Befallene Ware wird durch Kot, staubfeines Fraßmehl und durch die von den Tieren abgegebenen Chinone verunreinigt. Befallene Ware nimmt daher den typischen Lysolgeruch an. Da die Art Krankheitserreger übertragen kann und als Zwischenwirt für den Rattenbandwurm (Hymenolepis diminuta) fungiert, kommt dem Großen Reismehlkäfer auch eine Rolle als Hygieneschädling zu.
Tritt die Art im Haushalt auf, so sollten die befallenen Lebensmittel vernichtet werden. Eine Lagerung der Ware für einen Tag im Tiefkühlfach reicht aus, um alle Entwicklungsstadien des Großen Reismehlkäfers abzutöten. Um einer Neuinfektion vorzubeugen empfiehlt es sich, Nahrungsmittel in gut verschließbaren Behältern aufzubewahren. Zur Bekämpfung der Käfer können verschiedene Kontaktinsektizide oder auch giftfreie Präparate wie Kieselsäure-Produkte eingesetzt werden. Generell ist eine Kontamination von Lebensmitteln mit den eingesetzten Präparaten zu vermeiden. Eine direkte Bekämpfung der Käfer ist beispielsweise mit dem Präparat Killgerid Gold von MC möglich. Der Wirkstoff fossiles Plankton beschädigt die Wachsschicht auf der Körperoberfläche der Käfer und führt auf diese Weise zu einem Austrocknen der Insekten. Der Einsatz des Präparates ist für Menschen und Haustiere vollkommen ungefährlich. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert das für Menschen und Haustiere ebenso völlig unbedenkliche Präparat Ungeziefer-Stopp von Aeroxon. Der enthaltene Wirkstoff Wasser abweisende, natürliche Kieselsäure zerstört die Kutikula (Körperoberfläche) der Großen Reismehlkäfer, was dazu führt, dass die Tiere austrocknen. Um seine Wirkung optimal entfalten zu können, muss das Pulver in den Versteckplätzen der Tiere ausgebracht werden. Killgerid Gold von MC und Ungeziefer-Stopp von Aeroxon lassen sich wirkungsvoll mit dem Druckstäuber Centrobulb der Fa. Centro Company ausbringen.
Eine Bekämpfung des Großen Reismehlkäfers im Wohnbereich ist auch mit dem für Menschen und Haustiere ungefährlichen Präparat Bambule Insektenspray der Fa. Aries möglich, das natürliche Öle wie Teebaumöl und Neemöl enthält. Das gebrauchsfertige Insektizid-Spray MC KPS 500 hat eine schnelle Sofortwirkung. Der hier enthaltene Wirkstoff Pyrethrum wird aus den Blüten verschiedener Chrysanthemen-Arten gewonnen und war schon vor mehr als 2.000 Jahren als natürliches Insektenvernichtungsmittel bekannt. Das Kontaktgift wirkt auf das Nervensystem der Großen Reismehlkäfer und ruft zunächst eine starke Erregung hervor. Später folgen Koordinationsstörungen, Lähmung und schließlich der Tod. Aufgrund der schnellen Anfangswirkung sind die betroffenen Individuen bereits innerhalb weniger Minuten bewegungsunfähig. Das von uns angebotene Blattanex Spezialspray der Fa. Bayer enthält als Wirkstoffe das Carbamat Propoxur, sowie die synthetischen Pyrethroide Transfluthrin und Cyfluthrin. Alle 3 Substanzen wirken auf das Nervensystem der Insekten.
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