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Indem sie ihre Vorderflügel aneinander reiben, können die Männchen zirpende Geräusche erzeugen, mit denen sie arteigene Weibchen anlocken. Die verdickten Hinterbeine sind deutlich länger als die ersten beiden Beinpaare und ermöglichen es den Tieren kurze Sprünge auszuführen. Am Ende des Hinterleibs befindet sich, ähnlich wie bei Schaben, ein Paar Cerci. Die Tiere sind insgesamt gelblich gefärbt. Auf dem Kopf befinden sich dunkle Querbinden. Auch der Halsschild weist ein dunkles Zeichnungsmuster auf. Ausgewachsene Heimchen erreichen eine Körperlänge von 18 bis 26 mm. Auffällig ist die 11 bis 15 mm lange Legeröhre, mit deren Hilfe das Weibchen bis zu 800 Eier, die in mehreren Legeperioden produziert werden, in feuchter Erde ablegt. Die Larven schlüpfen nach 8 bis 12 Wochen. Die frisch geschlüpften, grauen Larven sind 2,5 mm lang und entwickeln sich innerhalb eines Zeitraums von 10 bis 35 Wochen zu geschlechtsreifen Tieren. In dieser Zeit häuten sie sich 8- bis 10-mal und werden den erwachsenen Tieren mit jeder Häutung ähnlicher. Die Lebensdauer der ausgewachsenen Heimchen kann bis zu 10 Wochen betragen.
Als ausgesprochen Wärme liebende Art kommt das Heimchen in Mitteleuropa hauptsächlich in Gebäuden an relativ warmen Plätzen vor, an denen zusätzlich noch eine gewisse Feuchtigkeit zu finden ist. Besonders häufig sind die Tiere daher in Küchen, Heizungskellern, Warmwasseranlagen, Bäckereien, Tropenhäusern und anderen gleichmäßig warmen Plätzen anzutreffen. Im Sommer können die Tiere auch im Freiland auftreten. Die Tiere sind nachtaktiv und werden von künstlichen Lichtquellen angezogen. Heimchen sind Allesfresser, die aber pflanzliche Nahrung bevorzugen. Aufgrund einer möglichen Kontamination von Nahrungsmitteln muss die Art bei einem Vorkommen in Lebensmittelverarbeitenden Betrieben, wie z. B. Bäckereien, als Hygieneschädling eingestuft werden. Ansonsten gilt das Heimchen aber eher als Lästling, da das ständige Zirpen der Männchen als störend empfunden wird. Mitunter tritt die Art auch als Materialschädling auf, wenn z. B. Textilien, Seide, Wolle oder Leder angenagt und zerstört werden. Um Heimchen erfolgreich bekämpfen zu können, müssen zuerst alle möglichen Brutplätze, Versteckmöglichkeiten und Wasserquellen beseitigt werden. Ein Einwandern von Heimchen aus der Umgebung kann verhindert werden, indem Kellerfenster und andere ebenerdige Öffnungen mit Fliegengaze verschlossen werden. Eine direkte Bekämpfung kann mit Hilfe von Fraßködern erfolgen, wie sie auch gegen Schaben eingesetzt werden. Besonders zu empfehlen ist der Einsatz von Ködergelen, die direkt in den Schlupfwinkeln der Tiere ausgebracht werden sollten.
Die Wirkung der Ködergele ist lang andauernd und die Gefahren für Menschen und Haustiere sind bei sachgerechter Anwendung sehr gering. Vereinfacht wird das Ausbringen des Köders wenn ein Gelapplikator (Artikelnummer 5005) oder ein DRAX Gel-Applikator der Fa. MC verwendet werden. Diese einfach zu bedienenden Gelpistolen wurden speziell zur Zielgerichteten Ausbringung von insektiziden Ködergelen entwickelt. Speziell in Haushalten mit Kleinkindern oder Haustieren empfiehlt sich aber der Einsatz von speziellen Köderdosen wie der mehrfach befüllbaren und wieder verschließbaren Schaben bzw. Kakerlaken Leerköderdose von Frunol Delicia.
Das Avert Schaben/Kakerlakengel bleibt nach Angabe des Herstellers (Fa. Sorex) bis zu 16 Wochen nach der Ausbringung wirksam. Der Wirkstoff Abamectin (0,05%) sorgt dafür, dass die Heimchen nach Aufnahme des Mittels innerhalb von 24 Stunden verenden. Auch bei Verwendung von Goliath-Gel der Fa. BASF sind bereits einen Tag nach Applikation des Fraßköders erste Ergebnisse sichtbar. Der hier enthaltene Wirkstoff Fipronil wird an den Gamma-Aminobuttersäure-Rezeptor (GABA) gebunden und blockiert auf diese Weise die Reizleitung im Nervensystem der Heimchen. Der Gelköder Maxforce von Bayer stellt ein langsam wirkendes Fraßgift dar, bei dem eine sichtbare Reduktion der Population nach ca. 1 Woche eintritt. Das Mittel bleibt nach der Ausbringung bis zu 12 Wochen wirksam. Der enthaltene Wirkstoff Hydramethylnon (2,15 %) gehört zur Gruppe der Amidinohydrazone und muss, um wirksam zu sein, in den Verdauungstrakt gelangen. Insekten werden nach der Aufnahme von Hydramethylnon innerhalb von 24 Stunden lethargisch und sterben i. d. R. im Verlauf von drei bis vier Tagen. Hydramethylnon unterbindet die Zellatmung in den Mitochondrien, indem es den Elektronen-Transport im Cytochrom b- und Cytochrom c-Komplex unterbricht. Das Professional Schabengel Ex von Detia enthält neben einem für Heimchen äußerst attraktiven Köder als Wirkstoff mikroverkapseltes Chlorpyrifos. Dieser Wirkstoff zeichnet sich durch eine geringe Toxizität gegenüber Menschen und Haustieren aus und bleibt zudem über mehrere Wochen hinweg wirksam. Durch die Mikroverkapselung wird ein Abdampfen des Wirkstoffs in die Raumluft verhindert und die Dekontamination nach der Anwendung erleichtert. Chlorpyrifos gehört in die Gruppe der organischen Phosphorsäureester und wirkt als Kontaktgift auf das Nervensystem der betroffenen Schädlinge.
Neben der Verwendung von Gelködern bietet sich auch der Einsatz spezieller Köderdosen wie der Blattanex Ungezieferköderdose von Bayer, der Delicia Ungezieferköderdose von Frunol Delicia oder der Detia Ungezieferköderdose von Detia an. Diese Köderdosen enthalten neben einer für Heimchen attraktiven Ködersubstanz den Wirkstoff Chlorpyrifos. Chlorpyrifos gehört in die Gruppe der organischen Phosphorsäureester und schädigt das Nervensystem. Durch die Hemmung des Enzyms Acetylcholinesterase kann der Botenstoff Acetylcholin nicht mehr abgebaut werden, was zu einer dauernden Erregung der betroffenen Muskulatur und letztlich zum Tod der Insekten führt. Der Wirkstoff Chlorpyrifos ist auch in dem Professional Schabenköder von Detia enthalten. Es handelt sich bei diesem Produkt um eine gebrauchsfertige Dose, die direkt an den Stellen aufgestellt werden kann, an dem sich die Heimchen aufhalten. Der in den Dosen befindliche Fraßköder bleibt über mehrere Monate hinweg wirksam.
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