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Der Koprakäfer oder Rotbeinige Schinkenkäfer (Necrobia rufipes) befällt Fleisch- und Wurstwaren, Käse und Kopra. Die vorratsschädliche Art kommt infolge des globalen Warenverkehrs mittlerweile weltweit vor.
Die Larven sind lang gestreckt, wobei der Körperdurchmesser zum Körperende allmählich zunimmt. Die Kopfkapsel ist glänzend bräunlich gefärbt. Die Verpuppung erfolgt in einem weißlichen Kokon, der von der verpuppungsreifen Larve aus Speicheldrüsensekret geformt wurde.
Normalerweise erfolgt die Begattung schon kurz nach dem Schlupf der erwachsenen Käfer. Bereits 2 Tage nach der Paarung kommt es zur Eiablage. Ein einzelnes Weibchen kann bis zu 2.100 Eier ablegen, die durch ihre klebrige Oberfläche gut am Ort der Eiablage haften. Der Koprakäfer besitzt 3 bis 4 Larvalstadien. Verpuppungsreife Larven verlassen das Brutsubstrat um sich an einem dunklen und trockenen Platz zu verpuppen. Für den kompletten Entwicklungszyklus vom Ei bis zum Käfer Insekt benötigt die Art unter optimalen Bedingungen mindestens 36 Tage. Die erwachsenen Käfer haben eine Lebensdauer von bis zu 14 Monaten. Sie fressen, im Gegensatz zu den Larven, nur auf der Oberfläche verschiedener Lebensmittel. Die Käfer können sehr schnell laufen und sind darüber hinaus auch in der Lage zu fliegen. Die Art ist gegenüber Kälte relativ tolerant. Zumindest ältere Larven können unter den in Mitteleuropa herrschenden Klimabedingungen im Freiland überwintern.
Der Koprakäfer ist ein typischer Vorrats- und Hygieneschädling, der in verschiedenen Produkten wie hartem Käse, Trockenfisch, Schinken, Speck, Kopra, getrocknetem Eigelb, und getrockneten Feigen auftreten kann. Auch in ägyptischen Mumien wurde die Art bereits nachgewiesen. Häufig wird der Koprakäfer auch in Häuten und Fellen gefunden, wo sich die Tiere von den hier lebenden Speckkäferlarven ernähren. Befallene Lebensmittel sind für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet und sollten umgehend entsorgt werden. Bei einem Vorkommen in Lagerhallen empfiehlt sich der Einsatz gasförmiger Insektizide wie Kohlendioxid, Stickstoff oder Phosphorwasserstoff.
Im Haushalt sollten Produkte, die mit dem Koprakäfer befallen sind, für mindestens eine Woche bei 20°C in der Tiefkühltruhe aufbewahrt werden, um alle Entwicklungsstadien sicher abzutöten. Anschließend müssen Schränke und Vorratsbehälter, in denen sich Koprakäfer entwickelt haben gründlich ausgesaugt und gereinigt werden. Eine direkte Bekämpfung der Käfer bzw. ihrer Larven ist mit Hilfe verschiedener Kontaktinsektizide wie Pyrethrum, Pyrethroiden oder organischen Phosphorsäureestern (z. B. Chlorpyrifos) möglich, die in den Schlupfwinkeln der Käfer ausgebracht werden. Generell ist eine Kontamination von Lebensmitteln mit den verwendeten Präparaten zu vermeiden.
Eine Bekämpfung des Koprakäfers im Wohnbereich ist z. B. mit dem für Menschen und Haustiere völlig ungefährlichen Präparat Bambule Insektenspray der Fa. Aries möglich, das natürliche Öle wie Teebaumöl und Neemöl enthält. Gut geeignet ist auch das Produkt MC KPS 500. Bei diesem gebrauchsfertigen Insektizid-Spray mit schneller Sofortwirkung baut sich der Wirkstoff (rein pflanzlicher Pyrethrum-Extrakt) unter Lichteinwirkung rasch wieder ab. Pyrethrum wird aus den Blüten von Chrysanthemen-Arten gewonnen und war schon den Römern als natürliches Insektenvernichtungsmittel bekannt. Das Kontaktgift wirkt auf das Nervensystem der Koprakäfer und ruft zunächst eine starke Erregung hervor. Später folgen Koordinationsstörungen, Lähmung und schließlich der Tod. Aufgrund der schnellen Anfangswirkung sind die betroffenen Individuen bereits innerhalb weniger Minuten bewegungsunfähig. Das von uns angebotene Blattanex Spezialspray der Fa. Bayer enthält als Wirkstoffe das Carbamat Propoxur, sowie die synthetischen Pyrethroide Transfluthrin und Cyfluthrin. Alle 3 Substanzen wirken auf das Nervensystem der Koprakäfer. Alternativ zu den genannten Kontaktinsektiziden können Koprakäfer auch mit dem Präparat Killgerid Gold von MC bekämpft werden. Der Wirkstoff fossiles Plankton beschädigt die Wachsschicht auf der Körperoberfläche der Käfer und Larven und führt auf diese Weise zu einem Austrocknen der Insekten. Der Einsatz des Präparates ist für Menschen und Haustiere vollkommen ungefährlich. Nach dem gleichen Prinzip arbeitet das Präparat Ungeziefer-Stopp von Aeroxon. Auch hier zerstört der enthaltene Wirkstoff Wasser abweisende, natürliche Kieselsäure die Kutikula (Körperoberfläche) der Koprakäfer, was dazu führt, dass die Tiere austrocknen. Um seine Wirkung optimal entfalten zu können, muss das Pulver in den Versteckplätzen der Tiere ausgebracht werden. Killgerid Gold von MC und Ungeziefer-Stopp von Aeroxon lassen sich wirkungsvoll mit dem Druckstäuber Centrobulb der Fa. Centro Company ausbringen.
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