Nützlinge im Garten

Natürliche Gartenhelfer - Nützlinge effizient für sich arbeiten lassen

Für Nützlinge sind Schädlinge eine wichtige Nahrungsquelle. Deshalb sollten sie, solange sie sich nicht zu stark ausbreiten, toleriert werden. Um die Nützlinge zu schonen, sollte auf den Einsatz chemischer Mittel zum Pflanzenschutz verzichtet werden.

Schon Schulkinder lernen, dass die Bienen zu den nützlichen Insektenarten gehören. Nicht nur produzieren die fleißigen Insekten leckeren Honig, sondern sie bestäuben auf ihrem Streifzug nach Pollen und Nektar auch unzählige andere Blumen und Pflanzen. Diese Leistung sollte keinesfalls herabgestuft werden, da ohne die Bestäubung der Bienen ein sehr großer Teil des Gemüses, der Beeren, des Kernobst und des Steinobst nicht in der Lage wäre, Früchte auszubilden.

Ein ebenfalls beliebter und sehr bekannter Besucher im heimischen Garten ist der Igel. Gartenfans rechnen ihm besonders seinen großen Appetit auf Schnecken sehr hoch an. Singvögel vertilgen Raupen und sorgen für angenehme Klänge im Garten. Allerdings sind das nur Beispiele von den bekanntesten Arten der Nützlinge, auf deren Hilfe Gartenliebhaber zurückgreifen können, wenn es um den Kampf gegen weiße Fliegen, Spinnmilben, Rauben, Blattläuse und andere Schädlinge geht.

Aus Sicht der Ökologie macht die Einteilung in Schädlinge und Nützlinge eigentlich wenig Sinn, da in der Nahrungskette jedes Lebewesen einen wichtigen Platz einnimmt und durch seine eigene Aufnahme der Nahrung hilft, ein Biotop zu etablieren. Allerdings handelt es sich bei einem Garten um eine besondere Art des Biotops. Normalerweise möchte der Gartenbesitzer hier bestimmen, wer das angebaute Gemüse und Obst erntet und an welchen Stellen die Pflanzen wachsen. Da sind Konflikte vorgegeben, denn  Raupen, Schnecken und Co. richten sich natürlich nicht danach.

In der Natur wird die Balance zwischen nützlichen und vermeintlich schädlichen Lebewesen automatisch hergestellt. Allerdings ist es durchaus möglich, dass Schädlinge in einem Garten die Oberhand gewinnen, besonders wenn keine natürlichen Feinde haben. Gründe dafür können zu wenig Verstecke für die nützlichen Gartenbewohner sein oder die Nutzung von chemischen Mitteln zum Pflanzenschutz.

Die Förderung von Nützlingen im Garten

Der beste Weg, um die liebevoll gepflegten Pflanzen im Garten vor hungrigen Schädlingen zu schützen ist es daher, deren Fressfeinde anzulocken und seine Attraktivität für Nützlinge zu steigern. Durch eine naturnahe, abwechslungsreiche Gestaltung des Gartens werden dafür die optimalen Voraussetzungen geschaffen. Ein kleiner Teich, eine Trockenmauer, Wildobst- und Blütenhecken, Blätter- und Totholzhaufen sind gute Mittel, um Nützlinge anzuziehen. Auch kann ein Betrag zur Vielfalt der Arten geleistet werden, wenn den ungefüllten Blüten der Vorrang vor gefüllten Blüten gegeben wird, denn diese haben für Insekten einen besonders hohen Wert.

Außerdem ist es empfehlenswert, das Zurückschneiden der Stauden auf das Frühjahr zu verlegen, da viele Nützlinge in den Stängeln überwintern. Wenn ein aufgeräumter Garten bevorzugt wird, dann kann das ganze Jahr über den tierischen Helfern durch ein Igelhaus, Nistgelegenheiten, ein Insektenhotel und dem Verzichten auf chemische Dünger und Schutzmittel ein großer Gefallen getan werden. Nützlinge können im Garten übrigens nur dann erfolgreich angesiedelt werden, wenn ihre Futterquellen langfristig bestehen. Deshalb sollten die auftretenden Blattläuse im Frühjahr erst einmal toleriert werden, da sie für viele Nützlinge eine gute Nahrungsquelle bieten. Dazu zählen beispielsweise räuberische Gallmücken, Schlupfwespen, Schwebfliegen, Florfliegen, Spinnen, Marienkäfer und Raubwanzen.

Das gezielte Ansiedeln von Nützlingen

Neben den Nützlingen, die sich von ganz alleine in den Gärten einfinden, wie Spinnen, Blindschleichen, Kröten und Eidechsen, gibt es auch Arten von Nützlinge, die gezielt im Gewächshaus oder im Garten platziert werden können. Dort gehen sie dann gegen die Schädlinge unauffällig vor. Es gibt bereits einige Firmen, die sich darauf spezialisiert haben, wichtige Arten von Nützlingen zu vermehren, um diese im Erwerbsgartenbau einzusetzen. Auch für den Freizeitgarten sind diese mittlerweile verfügbar.

Die Kosten richten sich hier danach, wie groß die Fläche ist, die behandelt werden muss, und nach der Art der Nützlinge. Einfach ist dagegen die Anwendung und die Kosten sind in der Regel nicht höher, als die des Einsatzes chemischer Pflanzenschutzmittel. Besonders praktisch ist, dass einige Nützlinge verschiedene Schädlinge bekämpfen. Sie vermehren sich zudem von selber, zumindest solange es genug Beute für sie gibt.

Fazit - Nützlinge im Garten

Gartenfreunde sind häufig sehr naturverbundene Menschen. Daher sollte ab sofort der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmittel im Garten tabu sein und stattdessen so weit wie möglich auf die natürliche Hilfe von Nützlingen gesetzt werden. So regelt sich die Natur ganz von alleine.

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