Wespen

Deutsche Wespe

von Uwe Kress

Die Deutsche Wespe - Vespula germanica

Sobald der Frühling einbricht und die Temperaturen steigen, schwirren die ersten Wespen durch die Gegend. Darunter ist auch die Deutsche Wespe. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Vespula germanica

Die Deutsche Wespe gehört zu den am häufigsten vorkommenden Wespenarten in Deutschland. Charakteristisch ist ihre Vorliebe für Süßes. Das macht sie zu lästigen Besuchern für uns. Nur wenige Menschen wissen hingegen, dass die Deutsche Wespe eine wichtige Rolle für das Ökosystem spielt.

Obwohl die deutsche Wespe vor allem in Europa anzutreffen ist, besiedelt sie auch andere Erdteile. So ist sie unter anderem in Nordafrika, Neuseeland und weiten Teilen Asiens verbreitet.

Deutsche Wespe Steckbrief

Farbe: Der Körper der deutschen Wespe ist wie bei den meisten Wespenarten in den typischen Warnfarben schwarz und gelb gefärbt. Ein Unterscheidungsmerkmal zu anderen Arten sind drei schwarze Punkte, die sie im  trägt sie Bereich zwischen den Augen trägt, dem sogenannten Stirnschild. Diese Punkte können allerdings unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Manchmal ist auch nur ein Fleck oder ein Längsstreifen zu sehen. Wenn die Form der Zeichnung einem umgekehrten Anker ähnelt, haben wir es hingegen mit der Gemeinen Wespe  („Paravespula vulgaris“) zu tun.

Die deutsche Wespe gehört zu den Kurzkopfwespen. Von den sehr ähnlichen Langkopfwespen (Gattung "Dolichovespula") unterscheiden sich Kurzkopfwespen durch einen geringeren Abstand zwischen Augenrand und Oberkiefer.

Die Größe der deutschen Wespe variiert je nach Geschlecht und Funktion des Insekts. Während die Königin bis zu 20 Millimeter groß werden kann, haben die Männchen durchschnittlich eine Größe von 13 bis 17 Millimetern. Die Arbeiterinnen werden nicht größer als 16 Millimeter. Und nur die Königinnen und Arbeiterinnen tragen einen Wehrstachel- Männchen können uns also nicht stechen. 

Häufig werden Wespen, Hornissen, Bienen und Hummeln verwechselt. Sie weisen zwar einige Ähnlichkeiten auf, sind jedoch in wichtigen Punkte zu unterscheiden. Der Unterschied zwischen ihnen erklären wir hier.

Deutsche Wespe Nest und Vermehrung

Begattete Weibchen, die den Winter überlebt haben, gründen jedes Frühjahr neue Kolonien. Anfang Mai macht sich so eine Wespenkönigin auf die Suche nach einer geeigneten Stelle für ihr Nest. Um einen neuen Wespenstaat zu gründen, bevorzugt sie unterirdische Gänge. Beispielsweise werden verlassene Mäuse- oder Maulwurfsgänge gern angenommen. Oberirdische Nester werden beispielsweise in Dachböden, Rollladenkästen und anderen geschützten, dunklen Hohlräumen gebaut. Die Bausubstanz der Nester besteht aus Holzfasern und dem Speichel der Arbeiterinnen.

Nachdem die Königin ihre ersten Eier gelegt hat, schlüpfen zunächst unfruchtbare Weibchen. Diese übernehmen die Funktion von Arbeiterinnen. Sie versorgen die Wespenkönigin mit Futter und helfen beim Nestbau. Ab Mitte August bis Ende Oktober schlüpfen dann auch Männchen und Jungköniginnen. Innerhalb weniger Monate kann ein Wespenstaat auf mehrere Tausend Tiere anwachsen.

Bei milder Witterung bestehen die Völker bis Anfang November. Vor dem Wintereinbruch sterben die Wespen, einschließlich der alten Königin. Nur einige befruchtete Weibchen überleben. Diese führen den Zyklus im nächsten Jahr fort.

Gesundheitsrisiken durch Deutsche Wespe

Die Deutsche Wespe ist eine der beiden Arten, die für den schlechten Ruf der Wespen im Allgemeinen verantwortlich sind. Wie die Gemeine Wespe wird auch sie von süßen Speisen angezogen. Gemeinsam sind die beiden Wespenarten regelmäßig für die allseits gefürchteten "Wespenplagen" verantwortlich, von denen Deutschland vor allem in außergewöhnlich heißen Sommern heimgesucht wird.

Da sich die Insekten in der Natur überwiegend von süßen Pflanzensäften ernähren, können die nun in großer Zahl vorhandenen Wespen uns Menschen sehr lästig werden. Gerade im Spätsommer kreisen sie gerne um Kaffeetafeln und Kuchenauslagen.

Was tun bei Wespenstich? Unangenehm werden die deutschen Wespen allerdings vor allem dann, wenn sie zustechen. Wespenstiche sind bei gesunden Menschen zwar in der Regel unbedenklich, können bei Allergikern aber zu gefährlichen Komplikationen führen. Eine Allergie kann sich auch dann ausbilden, wenn Menschen wiederholt gestochen werden.

Da Wespen Krankheitserreger und Schimmelpilzsporen verbreiten können, wenn sie mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, werden sie als Hygieneschädlinge eingestuft. Vor allem in gastronomischen Betrieben und Bäckereien dürfen Wespen keinesfalls geduldet werden.

Deutsche Wespe im Ökosystem

Wespen sind weitaus mehr als nur lästige Besucher beim Grillabend. Sie erfüllen wichtige Aufgaben im Ökosystem. Dazu gehören beispielsweise die Bekämpfung von Schädlingen wie Blattläusen, Mücken oder Fliegen, sowie die Bestäubung von Blüten. Als natürlicher Regulator kontrollieren sie die Bestände unterschiedlicher Pflanzenschädlinge und verhindern dadurch die Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten. Außerdem dienen sie selbst als wichtige Nahrungsquelle für andere Tierarten wie Hornissen oder den Wespenbussard.

Gemeine Deutsche Wespe bekämpfen

Die Deutsche Wespe steht in Deutschland grundsätzlich unter Naturschutz, genauer gesagt unter allgemeinem Schutz. Das Bundesartenschutzgesetz (BNatSchG) schützt nämlich grundsätzlich alle Tiere hinsichtlich Belästigung und Tötung sowie der der Zerstörung der Nester. Die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) regelt weiterhin, welche Tierarten darüber hinaus unter besonderem Schutz stehen. Daher dürfen Wespen nur bei begründeter Gefahr getötet und nur bei Vorliegen vernünftiger Gründe bekämpft werden.

Darüber hinaus ist es äußerst gefährlich, sie ohne Schutzkleidung zu bekämpfen. Sollten Wespenvölker an ihrem Standort unerwünscht sein, empfiehlt sich jedenfalls eine fachmännische Umsiedlung. Sie sollten deshalb Fachpersonen wie die Feuerwehr oder einen Schädlingsbekämpfer hinziehen, wenn Sie aus Sicherheitsgründen ein Wespennest entfernen müssen, zum Beispiel dicht an einer Haustür oder einem Fenster.

Zusammenfassung: Die Deutsche Wespe - unbeliebt aber nützlich

Obwohl viele Wespenarten grundsätzlich friedlich sind, gehört die Deutsche Wespe zu denen, die den Menschen lästig werden können. Oft wird jedoch vergessen, dass das Insekt wichtige Aufgaben im Ökosystem erfüllt. Unerwünschte Kolonien sollten daher nach Möglichkeit fachmännisch umgesiedelt statt bekämpft werden.

Hilfe gegen Wespen

Deutsche Wespe- was tun?

1.

Sollten Sie von einer Wespe gestochen werden, stellt dies noch keinen Grund zur Aufregung dar. Kühlen Sie die Stichstelle, um eine Schwellung zu vermeiden oder zu reduzieren. Anders bei Stichen in Mund oder Gesicht, da sollte man zur Vermeidung von Problemen besser rasch den Arzt aufsuchen, vor allem bei Kindern.

2.

Folgen eines Wespenstiches wie Schmerz und Rötung lassen sich durch Hitzeanwendung lindern oder vermeiden. Nutzen Sie dazu eine heiße Kaffeetasse oder besser einen sogenannten elektronischen Stichheiler.

3.

Ziehen Sie unbedingt einen Arzt zu Rate, wenn Komplikationen auftreten oder wenn es einen Verdacht auf allergische Reaktionen gibt.

Wespennest entfernen: Wie kann man die Deutsche Wespe vertreiben?

1.

Bei einem Problem mit einem Wespennest bedarf es einiger Umsicht. Selbstverständlich muß eine Gefährdung von Menschen ausgeschlossen werden. Sie können und dürfen eine Nest aber auch nicht so einfach entfernen. Zumal dies auch nicht ganz ungefährlich ist. Denn die Wespen werden ihr Nest verteidigen. Am besten kontaktieren Sie einen Fachbetrieb, der sich darum kümmert, oder auch die örtliche Feuerwehr.

Hilfe bei Wespenstich

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Quellen und Empfehlungen

Umweltbundesamt

Der Artikel der Behörde hebt vor allem alternative Bekämpfungsmöglichkeiten hervor.

Naturschutzbund

In diesem reich bebilderten Artikel stellt der NABU heraus, dass Wespen sehr viel friedlicher sind, als gemeinhin angenommen.

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Sicherheitshinweis


Manche der hier vorgestellten Methoden können bei unsachgemäßer Anwendung Gesundheit oder Umwelt schädigen. Ihre Anwendung liegt in der Verantwortung der durchführenden Personen. Halten Sie Kinder und Haustiere sowie Lebensmittel grundsätzlich von chemischen Produkten fern. Beachten Sie die Packungsbeilage und die Herstellerempfehlungen.

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